ChatGPT, Claude, Perplexity, Google AI Mode und Google AI Overviews prägen heute die Sucherfahrung, und damit auch, wer erwähnt oder verlinkt wird und wer nicht. In diesem Artikel zeige ich dir die entscheidenden Strategien für KI-optimierte Inhalte.
Inhaltsverzeichnis
Erfahre, warum einzelne Textabschnitte wichtiger geworden sind als ganze Seiten, wie du mit natürlicher Sprache statt Keyword-Stuffing punktest, weshalb das Frage-Antwort-Format deine Sichtbarkeit drastisch erhöht, welche Rolle klare Strukturierung und semantische Vollständigkeit spielen und warum deine Expertise als Person den entscheidenden Unterschied macht. Zum Schluss zeige ich dir konkrete Schritte und nenne praktische Tools zum Schreiben von Content, der (auch) der KI gefällt.
Ganze Seiten? Unwichtig.
Vorher: Ranking ganzer Seiten
Früher hat Google komplette Seiten, also einzelne URLs nach dem Gesamtinhalt bewertet und positioniert. Dabei galt immer die goldene Regel: Ein Keyword, eine Seite. Und genau so wurde diese Seite dann optimiert: Nach dem Hauptkeyword und möglichen Synonymen, die an strategischen Stellen im Text verwendet wurden.
Heute: Ranking von einzelnen Informationen und Abschnitten
Natürlich sollte immer noch eine Keywordrecherche durchgeführt werden. Auf deren Basis kannst du beurteilen, welchen Content es Sinn macht, zu erstellen.
Es braucht heute aber nicht mehr unbedingt eine eigenständige URL, um gewisse Themen abzudecken, sondern es würde reichen, kontextuell passend in deiner Webseite einzelne in sich geschlossene Absätze hinzuzufügen.
Heute zählen einzelne Abschnitte, einzelne Aussagen, einzelne Datenpunkte. Die KI zerlegt deinen Content in kleine Informationshäppchen und zieht sich genau die Teile heraus, die zu einer spezifischen Nutzerfrage passen.
Das bedeutet für dich: Jeder Absatz kann potenziell eigenständig in einem AI Overview, einem Chatbot-Antwortfeld oder in Perplexity landen.
Ein konkretes Beispiel:
Du hast einen Absatz auf deiner Seite, der kurz und knapp die bekannte Nebenwirkung des Medikaments XY auf das Darm-Mikrobiom erklärt, und was du konkret empfiehlst, um eventuelle negative Auswirkungen zu limitieren.
Jemand sucht in Chat GPT: «Ich habe starke Blähungen seitdem ich das Medikament XY nehme. Was kann ich tun?»
Dein Satz beantwortet direkt diese Frage? Dann ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass deine Informationen zitiert und – je nach Plattform – verlinkt werden.
Natürlichkeit und Synonyme statt Keyword-Fokus
Vorher: Schwerpunkt auf Keywords
Früher hieß es: Nutze das Hauptkeyword am besten 1-2 Mal in der Headline, 3-5 Mal im Text, in den Alt-Tags, in den Meta-Tags, usw.
Heraus kam ein SEO-optimierter Text. Die Darstellung ist hier natürlich überspitzt, denn auch auf Google gab und gibt es zigtausende Rankingfaktoren, und Nutzersignale wurden schon seit Jahren immer wichtiger. Aber es ist auch viel Wahres daran.
Sind Keywordrecherchen im KI Zeitalter nicht mehr wichtig?
Es ist natürlich immer noch wichtig, Keywordrecherchen durchzuführen und diese in gewissen strategischen Elementen, wie dem Title-Tag und im Hauptcontent zu benutzen. Das ist die SEO-Basis und wird stets relevant bleiben.
Warum? Ganz einfach: Ein Keyword und das dazugehörige Suchvolumen sagen aus: Dieses Wort suchen x Nutzer im Monat. Heißt: Hinter einem Keyword steckt immer ein realer Informationsbedarf zu einem Thema.
KI-Suche geht aber noch viel weiter. Du solltest also die alte und die neue Welt vereinen können.
Heute: Warum natürliche Sprache wichtig ist, um in der KI-Suche zu ranken
Heute gilt: Schreibe, wie der Mensch spricht. Nutze echte Sprache und Synonyme, die deine Kunden verwenden würden. Generative KI versteht, dass „Rückenschmerzen lindern“ und „etwas gegen Rückenschmerzen tun“ das Gleiche meinen. Je natürlicher deine Sprache, desto mehr Varianten kann die KI deinem Content zuordnen.
Können LLM auch Metaphern verstehen?
LLM verstehen Metaphern eher nicht, weshalb es wichtig ist, konkrete Sprache und Begriffe, statt blumige Umschreibungen, zu benutzen.
Anstatt «Wir Retter in Weiß», schreibe also lieber «Wir Ärzte» in wichtigen Abschnitten, von denen du weißt, dass sie für KI relevant sind.
Frage-Antwort-Logik
Vorher: gute Chancen für Featured Snippet oder einen Platz in «andere suchten auch»
Früher konnte man durch FAQs die Wahrscheinlichkeit erhöhen, ein Google Featured Snippet (Position 0), oder eine Position in der Sektion «Andere suchten auch» in den Suchergebnissen zu erhalten.
Beide Funktionen werden heute weitestgehend ersetzt durch die Google AI Overviews. Die Logik der häufig gestellten Fragen ist aber immer noch hochaktuell.
Heute: Warum Frage-Antwort Content deine Zitierfähigkeit in der KI-Suche erhöht
Heute haben wir die generative KI, und auch diese liebt klare Frage-Antwort Strukturen. Sie kann deine Antworten jetzt direkt als eigene Ausgaben formuliert wiedergeben und dabei gegebenenfalls mehrere Quellen kombinieren.
FAQ-Abschnitte und die Formulierung von Überschriften als Fragen, plus eine präzise, in sich geschlossene Antwort, erhöhen die Chancen, dass deine Inhalte übernommen werden.
Gut strukturierte Informationen
Vorher: Logische Strukturen vernachlässigt
Logische Strukturen waren auch in den letzten Jahren schon relevante Ranking-Signale bei Google.
Welche logischen Strukturelemente unterscheidet man im SEO?
Die logische Struktur ist in verschiedenen Hinsichten zu betrachten, z.B.:
- Auf Website-Ebene:
- Ist die Webseite insgesamt logisch gegliedert?
- Nutzt die Seite Breadcrumbs?
- Ist die URL Struktur semantisch logisch?
- Auf Ebene einzelner Seiten:
- Sind die Überschriften in logischer Reihenfolge ausgezeichnet? (Stichwort: H1, H2, H3 usw.)
- Werden strukturierte Daten eingesetzt wo es sinnvoll ist?
Viele dieser Faktoren wurden jedoch vernachlässigt und, je nachdem, wie viel Konkurrenz ein bestimmtes Thema hatte, positionierte man sich trotzdem.
Das gilt heute immer noch, allerdings gibt es in der Suche nun weniger Platz für die «zweitbesten»! Nachholen ist also angesagt.
Heute: Wie du deine Inhalte gut für die KI-Suche strukturierst
Für die Sichtbarkeit in der Suche zählen heute vor allem deine klar gegliederten Inhalte. Logische Überschriften (H1-H6), kurze und prägnante Absätze, Bullet-Points, Tabellen, strukturierte Daten: Alles hilft der KI beim Verstehen.
Die Gesamtstruktur der Webseite spielt in Zeiten der KI-Suche trotzdem noch eine Rolle. Ein Beispiel: Ein übergeordneter langer Artikel zu einem großen Thema, der in Unter-Artikeln einzelne Aspekte vertieft (=Stichwort: Ranch-Style Content) hilft Maschinen und Menschen, deine Information im Gesamtkontext besser zu verstehen und zu nutzen.
Generell gilt: je strukturierter, desto KI-freundlicher und desto höher deine Chancen auf Sichtbarkeit in der Suche.
Kontextuelle Relevanz
Im Laufe der letzten Jahre schon wurde kontextuelle Relevanz für Google und für eine gute Positionierung immer wichtiger.
Diese Wichtigkeit hat nun im Zeitalter der LLM (Large Language Models) wie Chat GPT, Gemini & Co. eine neue Stufe erreicht. Warum? LLM «verstehen» eigentlich nicht im Sinne wie es Menschen tun, sondern sie folgen Wahrscheinlichkeitsmodellen und «lernen» so zum Beispiel, dass in einem Text über ketogene Ernährung häufig auch die Wörter «Ketone», «Scheinfasten» und «Stoffwechsel» vorkommen.
Sie lernen auf diese Weise, dass ein guter Text zum Thema ketogene Ernährung wahrscheinlich auch noch andere häufig im Zusammenhang genutzte Begriffe enthält. Darüber hinaus wissen sie demnach auch, welche Themen dazu noch relevant für Menschen sind.
Auf die gleiche Art können sie auch eigenständig zusammenhängende, logische Texte schreiben.
Wie erhöhe ich die Chance, dass LLM meine Inhalte relevant finden?
Das Nutzen von verwandten Begriffen (Co-Occurrence), sowie das Abdecken ganzer Themenfelder statt einzeln behandelter Themen erhöhen die Relevanz deiner Inhalte und damit die Chance, in der KI-Suche Erwähnung zu finden oder verlinkt zu werden.
Co-Occurrence:
Wenn du z. B. über Rückenschmerzen schreibst, tauchen bestimmte verwandte Begriffe: Bandscheibenvorfall, Muskelverspannung, Haltung, Faszien usw.
Vollständigkeit semantischer Themenfelder:
Ein Thema ist nie nur ein Keyword. Je breiter du die Zusammenhänge erklärst, desto mehr Suchanfragen kannst du bedienen. Wer z.B. für ketogene Ernährung relevant sein möchte, der deckt am besten den ganzen Themenbereich ab, mit mehreren untereinander verlinkten Inhalten (angebotene Behandlungen plus informative Artikel) und über verschiedene Kanäle (z.B. auch Social Media, Fachpublikationen, Foren etc).
Vertrauen muss sein
Vorher: Man konnte auch mit erfundenen Autoren ranken
Vor allem im Gesundheitsbereich gab es früher Webseiten mit Fake-Autoren, vor allem bis 2018. Dann rollte Google ein Update seines Rankingalgorithmus aus, der Seiten im Hinblick auf die so genannten «EEAT» Faktoren neu bewertete. Das Update hieß passenderweise «Medic» Update, betraf also vor allem sensible Themen wie Medizin/Gesundheit, aber auch Finanzthemen.
In allen anderen Bereichen galt aber eigentlich bis heute: Du musst nicht ausweisen, wer deine Inhalte geschrieben hat, die Inhalte können sich trotzdem positionieren. Im Gesundheitsbereich ging man seit 2018 dann allerdings schon zwangsweise dazu über, die Inhalte von echten (hoffen wir es) Medizinern prüfen und unterschreiben zu lassen.
Heute: Wenige Plätze gehen eher an vertrauenswürdige Personen und Plattformen
Heute zählt deine echte Person mehr denn je, deine Expertise, deine Qualifikation, dein Autorenprofil, deine Bewertungen.
Google sowie LLMs ziehen deine Inhalte bevorzugt heran, wenn sie dich als echte, vertrauenswürdige Instanz identifizieren können.
Das geht am besten, indem du dich kohärent im Netz präsentieren lernst und aktiv bist – von Social Media über deine Webseite, zu Erwähnungen und Bewertungen deiner Person in Fachportalen, Google Business, Bing Places, in der lokalen Presse usw.
Google & Co. erkennen Personen, Marken und Orte
LLMs arbeiten mit Entitäten. Das tat auch Google bisher, und wer sich gekonnt im Internet als Entität herauskristallisieren konnte, hatte auch bisher schon einen Vertrauensvorsprung.
Was sind Entitäten für Google & Co?
Entitäten sind unverwechselbare Dinge, Firmen, Personen, Marken, Orte.
Stell dir vor, du heißt Hans Müller und möchtest als Experte auf deinem Gebiet im Internet erkannt werden.
Du kannst dir denken, dass Google und Co. schon viele Hans Müller entdeckt haben und wissen nun nicht, wer genau dieser vielen Personen du bist. Das ist ein echter Nachteil für deine Reputation in den Augen der Maschinen.
Kannst du dir vorstellen, warum ich meinen Zweitnamen «Gertrud» überall mit hineinpacke? Nicht, weil ich ihn besonders schön finde (aber auch nicht besonders hässlich ;-)). Es gibt viele Sabine Fischer, aber nicht so viele Sabine Gertrud Fischer.
Abgesehen davon, wie einzigartig oder weniger einzigartig dein Name ist: je besser du einheitlich kommunizieren kannst, wer du bist und was du tust, desto klarer ist das Bild von dir und desto höher die Chance, als Experte in deinem Gebiet zitiert zu werden.
Aufgrund der Komplexität des Themas verweise ich dich auf meinen Beitrag «Du als Entität. Wie du Autorität durch Eindeutigkeit aufbaust». Denn die bisherige Erklärung ist nur ein Teil der ganzen Wahrheit.
Zusammenfassung: Konkrete Schritte für KI-freundliches Schreiben
- Denke in Abschnitten, nicht Seiten. Heißt: Wenn du für KI schreibst, prüfe, ob jeder Absatz ein in sich geschlossenes Mini-Thema darstellt.
- Nutze natürliche Sprache und vermeide blumige Umschreibungen oder Metaphern.
- Formuliere Absätze, wenn es sich anbietet im Frage-Stil, ergänze und beantworte häufig gestellte Fragen. Die FAQ nutzt du konkret im Hinblick auf die Nutzung durch KI.
- Halte deine Absätze kurz und prägnant. Wenige auf den Punkt gebrachte Sätze pro Absatz sollten ausreichen. Falls dein Absatz doch länger wird, stelle sicher, zuerst kurz und prägnant zu antworten (für KI). Den Rest des Absatzes kannst du wenn für die Leser notwendig, länger ausführen.
- Decke verwandte Fragen zu einem Thema möglichst mit ab. Nutze hierzu z.B. Tools wie People Also Ask.
- Nutze Tabellen, Aufzählungspunkte usw zur besseren Darstellung von Informationen, wo möglich.
- Journalistisch schreiben: Kernaussage zuerst, Details danach. Das heißt konkret: Wenn du einen Beitrag schreibst, liefere zuerst eine Zusammenfassung über den Inhalt, danach beginne mit den einzelnen Absätzen und Details für diejenigen, die das Argument vertiefen möchten.
- Erstelle ein Autorenprofil für deine Beiträge und mache es auffindbar unter jedem deiner Beiträge. Das Profil sollte möglichst komplett sein, und die Beschreibung deine Expertise unterstreichen.
- Prüfe, ob dein Content auch technisch für KI Tools und Suchmaschinen auffindbar und lesbar ist. Hierzu wird es noch einen eigenen Beitrag geben.
Achtung: die genannten Punkte beschränken sich auf das eigentliche Thema dieses Beitrags, d.h. die Contenterstellung. Ob deine Inhalte benutzt werden, hängt aber auch noch von anderen Faktoren ab, die sich nicht direkt auf deine konkreten Inhalte beziehen. Darunter fallen z.B.:
- Die Vertrauenswürdigkeit deiner Seite: Finden Nutzer generelle wichtige Informationen über dich und/oder dein Unternehmen? Nur ein Beispiel: Gibt es eine „Über mich“ bzw. „Über uns“ Seite?
- Deine generelle Sichtbarkeit außerhalb der Webseite: redet man über dich? Und wenn ja, wie?
- Verlinkungen von externen Seiten auf deine Inhalte
- Ob du eindeutig als Entität erkannt wirst oder vielleicht sogar einen Knowledge Graph hast.
FAQ zur Content-Erstellung (auch) für KI
Wie oft sollte ich meinen Content aktualisieren?
Content sollte aktualisiert werden, sobald du weißt, dass es zu einem behandelten Thema etwas Neues zu berichten gibt.
Brauche ich noch klassische Keywords um in der KI-Suche positioniert zu sein?
Ja, und zwar als Basisorientierung, wonach gesucht wird, sowie zur Themenfindung wird auch eine Keywordrecherche immer wichtig sein. Hinzu kommen heute die Präferenz der KI-Systeme für natürliche Sprache, Synonyme und vor allem vollständige Themenabdeckung, die vorausdenkt und eventuelle Fragen schon antizipiert und vertieft.
Wie mache ich es, dass Google und LLM mich als Entität erkennen?
Prüfe, ob deine Online-Profile (Website, Google Business, LinkedIn, Fachportale etc) untereinander klar verlinkt sind. Nutze außerdem ein gepflegtes Autorenprofil. Dies sind zwei wichtige Beispiele, die dazu beitragen, dass du irgendwann von Google und den KIs als Entität wahrgenommen wirst. Aufgrund der Komplexität des Themas wird es einen eigenständigen Beitrag von mir geben.
Welche Tools helfen mir bei der Themenrecherche zur Contenterstellung?
Tools wie z.B. AnswerThePublic, AlsoAsked und Googles „People Also Asked” (sichtbar in manchen Suchresultaten) sind gute Optionen, um Nutzerfragen und korrelierte Themen herauszufinden. Für grundlegende Keywordrecherchen sind der Google Keyword Planner (falls du aktive Google Ads Kampagnen hast) oder bezahlte Tools empfehlenswert, z.B. Semrush oder Sistrix für den deutschsprachigen Markt.
